Ununseptium

Ununseptium im Periodensystem

Wann wurde Ununseptium entdeckt?

Es wurde im Jahre 2010 am Vereinigten Institut für Kernforschung in Dubna bei Moskau während eines Forschungsprojekts durch den Beschuss von Berkelium mit dem Element Calcium erstmals künstlich erzeugt. Diese Synthese war ein Höhepunkt einer russisch-amerikanischen Zusammenarbeit. Die Entdeckung wurde bereits durch ein großes und internationales Expertenteam in Darmstadt 2014 bestätigt. Ob weitere Versuche zur Anerkennung des neuen Elements erforderlich sind, müssen die beiden zuständigen Gremien, die Internationale Union für reine und angewandte Chemie (International Union of Pure and Applied Chemistry, IUPAC) und die Internationale Union für reine und angewandte Physik (International Union of Pure and Applied Physics, IUPAP) entscheiden.

ununseptium

Name Ununseptium
Symbol Uus
Ordnungszahl 117
Aussehen
CAS-Nummer
Serie Halogene (künstlich erzeugt)
Gruppe Fluorgruppe



Wie kam Ununseptium zu seinem Namen?

Die Namensgebung obliegt dem Entdecker, der noch keinen Namen vergeben hat. So besteht weiterhin gemäß den Regeln der International Union of Pure and Applied Chemistry die vorläufige Bezeichnung Ununseptium, was sich aus der lateinischen Übersetzung der Ordnungszahl ableitet. Die Ordnungszahl von Ununseptium ist 117, also zweimal unus und einmal septem. Es wird aber auch als Eka-Astat (eines unter Astat) bezeichnet.

Welche Eigenschaften hat Ununseptium?

Es ist ein Superschweres Element, wie alle Transactinoide jenseits der Ordnungszahl 104. Bei Zimmertemperatur ist es in festem Zustand. Es ist radioaktiv, und hat eine Zerfallszeit von 14ms für das leichtere Isotop 293UUs und 78ms für das schwerere Isotop 294UUs. Ununseptium hat 117 Protonen im Atomkern, woraus sich die Ordnungszahl 117 ergibt.

Wo ist es enthalten? Wie entsteht es?

Beim ersten Nachweis in Dubna wurde eine 22mg Probe von Berkelium in einer 250 Tage durchgängigen Bestrahlung hergestellt, dann für 90 Tage gereinigt, und anschließend für 150 Tage mit Calcium-Atomen beschossen. Als Ergebnis erhielten die Forscher sechs Atome Ununseptium.

Wofür braucht man das Element?

Nach der Hypothese der „Insel der Stabilität“ sind die erfolgreichen Experimente ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum Nachweis und zur Produktion der superschweren Elemente.

Inwieweit künstlich erzeugte Elemente überhaupt im Periodensystem, selbst in Unterkategorien eingeordnet werden sollen, möge Jeder selbst beantworten. Auch die Entdeckung hat ja hier einen übertragenen Sinn. Es erinnert an einen Archäologen, der bei Grabungen einige Scherben findet, um zu verkünden, er habe Jahrtausende altes Geschirr entdeckt. Diese Ausdrucksform funktioniert aber ausschließlich, wenn der Keramiker, der den Topf irgendwann einmal aus Ton modelliert hat, und der Entdecker sich nicht unmittelbar treffen. Entdeckt kann doch nur werden, was vorher irgendwo versteckt war. Würde ein Keramiker behaupten, er habe eine neue Skulptur entdeckt, und es steht aber fest, dass er diese unlängst selbst gebrannt hat, würde er wohl unverstanden bleiben.


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