Thallium

Thallium im Periodensystem

Wann wurde es entdeckt, von wem?

1861 entdeckte der englische Physiker und Chemiker Sir William Crookes das Element Thallium. Er untersuchte Bleikammerschlamm, der in Schwefelsäurefabriken anfällt, spektroskopisch. Durch die für Thallium charakteristische grüne Spektrallinie wurde er auf das Schwermetall aufmerksam. Zur gleichen Zeit gelang Claude Auguste Lamy in Frankreich erstmals die elektrolytische Darstellung des Metalls.

thallium

Name Thallium
Symbol Tl
Ordnungszahl 81
Aussehen silbrig weiß
CAS-Nummer 7440-28-0
Serie Metalle
Gruppe Borgruppe



Wie kam Thallium zu seinem Namen?

Sir William Crookes, der das Element dank der charakteristischen grünen Spektrallinie (535nm) entdeckte, gab ihm den Namen Thallium. Er leitete diesen Namen vom altgriechischen Wort „thallós“ ab, das „grüner Zweig“ bedeutet.

Welche Eigenschaften hat Thallium?

Thallium steht im Periodensystem in der III. Hauptgruppe, hat die Ordnungszahl 81 und das chemische Symbol ist Tl. Das silbrig-weiße Element gehört zur Gruppe der Schwermetalle. Die Atommasse beträgt 204,38u, die Dichte 11,85g/cm³. Der Schmelzpunkt liegt bei 304°C, der Siedepunkt bei 1460°C. Unter -270,55°C entwickelt Thallium die Supraleitfähigkeit.

Wo ist Thallium enthalten? Wie entsteht es?

Thallium kommt nicht in elementarer Form vor. Man kann es aber als Begleitelement in Mineralien und vor allem in kaliumhaltigen Böden finden.
Gewonnen wird Thallium aber vor allem aus Flugstaub. Beim Rösten von thalliumhaltigen Mineralien, wie Bleiglanz, Zinkblende und vor allem von Pyrit bei der Schwefelsäureherstellung, entsteht dieser Flugstaub. Dieser wird in verdünnter Schwefelsäure gelöst und aufgeschlossen. Anschließend wird es als Thalliumsulfid oder als Thalliumchlorid ausgefällt. Beide Thalliumverbindungen sind schwerlöslich. Danach wird die ausgefällte Thalliumverbindung entweder mit Zink reduziert oder durch Elektrolyse abgeschieden. Da das Thallium nach diesen Schritten in noch eher unreiner Form vorliegt, wird es zu Anoden gegossen. Im Anschluss wird eine zweite Elektrolyse durchgeführt. Jetzt liegt das metallische Thallium in reiner Form vor.

Wofür braucht man Thallium?

Da Thallium hochgiftig ist, sind die Einsatzmöglichkeiten eingeschränkt. Durch den Einsatz von Thallium können infrarotdurchlässige Gläser, sowie Gläser mit einem niedrigen Schmelzpunkt (125 – 150°C) oder mit hohem Brechungsindex hergestellt werden. Gläser mit hohem Brechungsindex finden in Fotokopierern und Faxgeräten Verwendung. Auch für die Herstellung von Gammastrahlendetektoren wird Thallium benötigt.

Was sind seine chemischen Eigenschaften, Besonderheiten?

Das silbrig-weiße Schwermetall ist bei Raumtemperatur fest, lässt sich jedoch leicht mit einem Messer schneiden. Die frische Schnittfläche ist glänzend. An der Luft bildet sich aber schnell eine matte, blaugraue Oxidschicht. An feuchter Luft oder unter Anwesenheit von Wasser bildet sich eine sehr starke Base: Thalliumhydroxid. Hält man reines Thallium oder thalliumhaltige Verbindungen in eine Flamme verfärbt sich diese intensiv grün. Kommt Thallium bei Raumtemperatur mit Halogenen in Kontakt, reagiert es mit diesen.


2 Gedanken zu „Thallium

  1. Claudia Meifarth-Neumann

    Kleiner Fehler beim Thallium:
    Im Text steht richtig „Tl“ als Abkürzung, aber in der Abbildung leider „Ti“.
    Mfg

    Antworten

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