Selen

Selen im Periodensystem

Selen, mit der Ordnungszahl 34, steht in der IV. Periode und VI. Ordnungsgruppe. Bezeichnet wird Selen mit dem Symbol Se. Gezählt wird es zu den Chalkogenen und kommt in mehreren Modifikationen vor.
Selen wurde 1817 von Jöns Jakob Berzelius im Bleikammerschlamm in einer Schwefelfabrik entdeckt. Er war ein schwedischer Mediziner und Chemiker. Von 1779 bis 1848 lebte und forschte er und gilt als Vater der modernen Chemie.

selen

Name Selen
Symbol Se
Ordnungszahl 34
Aussehen grau
CAS-Nummer 7782-49-2
Serie Halbmetalle
Gruppe Sauerstoffgruppe




Der Name Selen leitet sich von dem griechischen Wort „Selene“ ab und bedeutet „Mond“.

Eigenschaften von Selen

Die Eigenschaften von Selen hängen von der jeweiligen Modifikation ab.
– Rotes Selen, gelöst in Kohlenstoffdisulfid, wandelt sich oberhalb von 80° C in das graue Halbleitermetall um.
– Durch Erwärmen auf 60° C des schwarzen armophen Selen entsteht das schwarze, glasartige Selen. Beide Modifikationen wandeln es sich oberhalb 80° C in die grauen, halbmetallische Modifikation um.
– Graues, halbmetallisches Selen ist die stabilste Modifikation und verhält sich auch wie Halbmetalle.
– Der Schmelzpunkt liegt bei 220° C. Beim Erhitzen über diesen Schmelzpunkt bildet sich eine schwarze Flüssigkeit. Erhitzt man es weiter, setzt sich gelber Selendampf ab.
– An einer kühleren Oberfläche wird der Dampf in Form hexagonaler, metallisch grauer Kristallnadel abgeschieden.
– Durch Belichtung ändert es seine Leitfähigkeit und zeigt photovoltaische Effekte. Die Leitfähigkeit wird hierbei nicht durch Elektronen verursacht, sondern durch Leitung sogenannter Löcher.

Selen Vorkommen

In kleinen Mengen findet man gediegenes Selen in der Natur. Seltener sind die Minerale Clausthalit und Naumannit. Meistens ist es in schwefelhaltigen Erzen wie Kupfer, Blei, Zink, Gold und Eisen. Beim Abrösten dieser Erze wird festes Selendioxid in der Flugasche abgeschieden. Gewonnen wird es in der nachgeschalteten Schwefelsäureherstellung.

Selen kommt auch in Lebensmittel vor. Knoblauch, Paranüsse und in einigen Tragantarten ist es als essentielles Spurenelement enthalten.

Verwendung von Selen

Der Einsatz von Selen ist weit verbreitet und für alle Lebewesen ein essentielles, d. h. wichtiger Stoff. Selen spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxins zu Triiodthyronin. Bei Selenmangel kann es zur Hypothyreose kommen. Wird Selen in zu hohen Dosen genommen, kann die Hashimoto-Thyreoiditis auftreten.

Selenmangel bewirkt noch weitere Krankheiten weltweit. In unseren Breiten entwickeln Frühgeborene, Alkoholkranke und parenteral (künstliche) ernährte Patienten Mangelerscheinungen.

Weitere Anwendungsgebiete sind Nahrungsergänzungsmittel, zur Herstellung von Dünge- und Futtermittel und die Industrie. In der Industrie nutzt man Selen zur Entfärbung von grünem Glas und zur Rotfärbung. Angewandt wird es in der Halbleitertechnik, der Einsatz in Fotokopierern und Lasern, als Zusatzstoff bei Latex, zur Kontrasterhöhung in der Schwarz-Weiß-Fotografie. Zur Herstellung optisch hochreflektierender Flächen sowie in Belichtungsmessern für die Fotografie benötigt man Selen bzw. Selenverbindungen. Dies sind nur einige Anwendungsgebiete.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.