Iod

Iod im Periodensystem der Elemente

Die Geschichte des Iod

Iod ist ein elementarer Bestandteil biologischen Lebens. Tiere wie Menschen sind gleichermaßen auf dieses wichtige Element angewiesen. Bereits den Zivilisationen der Antike war seine Bedeutung für den Organismus bekannt. So verwendeten die Ärzte des alten Ägyptens vor mehr als dreitausend Jahren die Schilddrüsen von Schafen zur Behandlung von Strumakranken. Allerdings dürfte die genaue Wirkungsweise zum damaligen Zeitpunkt nicht näher bekannt gewesen sein, da die ersten wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Iod als Element im Jahre 1813 durch Nicolas Clément und Joseph Louis Gay-Lussac durchgeführt wurden, nachdem ihnen durch einen Pariser Salpetersieder von einem neuartigen Stoff berichtet worden war. Gay-Lussac beobachtete, dass durch Erhitzen ab etwa 184°C violette Dämpfe freigesetzt wurden und taufte aus diesem Grund ein Jahr später die Neuentdeckung auf den bis heute gültigen Namen »Iod«, abgeleitet vom altgriechischen Wort »ioeidos«, »violett«.

iod

Name Iod
Symbol I
Ordnungszahl 53
Aussehen violett-grau glänzend
CAS-Nummer 7553-56-2
Serie Halogene
Gruppe Fluorgruppe



Iodvorkommen und ihre Nutzung

Iod kommt in der Natur äußerst selten vor. So enthält ein Kilogramm getrockneter Feinboden aus Deutschland weniger als 0,003 ‰ reines Iod, ein Mengenanteil, der jedoch groß genug ist, um die Bevölkerung mit dem lebensnotwendigen Stoff zu versorgen. Die wesentlich häufiger auffindbaren Formen Natriumiodat und Natriumperiodat werden hingegen hauptsächlich industriell genutzt und verarbeitet, wobei die Lebensmittel- (Iodsalz) und Pharmaindustrie (antiseptische Salben) zu den Generalabnehmern zählen.

Daneben fungiert Iod als preisgünstiger und effizienter Katalysator in chemischen Reaktionen.

Biologie, Krankheit, Radioaktiver Fallout und Iod

Der menschliche Organismus benötigt Iod für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, welche regulierend auf den Stoffwechselprozess einwirken. Um diese eminente Funktion aufrecht zu erhalten, bevorratet der Körper Iod in der Größenordnung von zehn bis dreißig Milligramm. Ein Mangel an Iod führt dabei erst im akuten Zustand zu Stoffwechsel- und Entwicklungsstörungen, stellte jedoch vor der Iodisierung des Speisesalzes ein weit verbreitetes Phänomen dar.
Überaus wichtig ist Iod zudem im Falle einer Kernschmelze für den Schutz der Bevölkerung. Austretende radioaktive Iodisotope sollen mit Hilfe sogenannter Iodtabletten an dem Eindringen in den menschlichen Körper gehindert werden. Im Rahmen der Katastrophenprävention hält derzeit die Mehrheit der Staaten dieser Welt Iodtabletten auf Lager. Allein in Deutschland werden die Vorräte auf etwa 137 Millionen Einheiten beziffert, welche im Krisenfall binnen kürzester Zeit an die Bevölkerung ausgegeben werden würde.

Besonderheiten von Iod

Iod gilt innerhalb der EU-Grenzen als ein Gefahrstoff, welcher keinesfalls in die Umwelt austreten darf. Mit Iod verunreinigte Flüssigkeiten sind unbedingt mit einer Natriumthiosulfat-Lösung zu behandeln und zu reinigen. Des Weiteren muss das Element Iod von Ammoniak räumlich getrennt aufbewahrt werden, da beide Stoffe eine hoch explosive Iodstickstoffverbindung eingehen können.


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