Indium

Indium im Periodensystem

Das chemische Element Indium

Indium ist als Element seltener zu finden. Die Häufigkeit des Vorkommens ist der von Silber ähnlich. Die Vorräte sind begrenzt. Indium ist in Zinkerzen enthalten, insbesondere in Sphalerit. Die größten Vorkommen befinden sich heute in Kanada und China.

indium

Name Indium
Symbol In
Ordnungszahl 49
Aussehen silbrig glänzend grau
CAS-Nummer 7440-74-6
Serie Metalle
Gruppe Borgruppe



Die Geschichte der Entdeckung

Indium wurde im 19. Jahrhundert von den deutschen Chemikern F. Reich und T. Richter entdeckt. Die beiden Forscher untersuchten an der Bergakademie Freiberg eine Sphalerit-Probe nach Thallium. Das Absorptionsspektrum zeigte eine indigoblaue Spektrallinie. Damit wurde ein bisher unbekanntes Element erforscht. Indium wurde damals auf der Pariser Weltausstellung im Jahre 1867 gezeigt.

Die Entstehung von Indium

Indium fällt als weiteres Produkt bei der Gewinnung von Blei und Zink an. Flugstäube oder Rückstände bei der Elektrolyse führen zu einer Anreicherung mit diesem Metall.
Indium kann mittels eines elektrolytischen Verfahrens gewonnen werden. Eine Lösung von Indiumtrichlorid wird mit Salzsäure versetzt. Mithilfe von Quecksilberelektroden entsteht elementares Indium. Durch geeignete Verfahren, wie das Zonenschmelzverfahren oder eine mehrfache Elektrolyse von Indiummonochlorid, kann das Rohprodukt gereinigt werden. Damit wird ein etwa 99,99 % reines Indium gewonnen.

Die Eigenschaften von Indium

Indium kommt in einer kristallinen Form vor. Das Element ist ein Metall mit einer silbrig weißen Farbe. Es besitzt einen Schmelzpunkt von 156,6 °C. Über einen relativ großen Bereich von etwa 2000 °C verbleibt das Metall im flüssigen Zustand. Das flüssige Indium hinterlässt auf Glas einen dauerhaft dünnen Film.
Indium besitzt eine sehr geringe Härte. Auf dem Papier verbleibt ein sichtbarer Strich. Unterhalb einer Temperatur von etwa 3,4 °K besitzt das Element eine supraleitende Eigenschaft.

Der Einsatz von Indium in der Industrie

Die Vereinigten Staaten verwenden Indium als Beschichtung für stark strapazierte Lager mit rotierenden Wellen in der Flugzeugindustrie.
In Deutschland findet Indium als Lötmaterial in der Elektronikindustrie Anwendung. Es wird auch Legierungen mit einem niedrigen Schmelzpunkt zugesetzt.
Wegen seines Reaktionsverhaltens gegenüber Neutronen wird Indium als Material für Regelstäbe in Kernreaktoren eingesetzt. Dadurch kann ein Teil, der durch die nukleare Spaltung erzeugten Neutronen, zurückgehalten werden. Indiumfolien werden auch als Neutronendetektoren verwendet.
Als neue Indiumverbindungen, wie Indiumphosphid und Indiumzinnoxid entwickelt wurden, bekam das Element eine neue Bedeutung. Indiumzinnoxid ist heute als Strom leitendes Material bei Leuchtdioden, Solarzellen, in LCD-Bildschirmen oder Touchscreens in der Industrie sehr gefragt.


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