Fluor

Fluor im Periodensystem der Elemente

Es handelt sich bei ‚Fluor‘ um ein chemisches Element, welches als sogenanntes Halogen in der 7. Hauptgruppe des Perioden-Systems steht und in der Reihe der Halogene das leichteste ist.
Unter normalen Bedingungen liegt das äußerst giftige Fluor – übrigens das reaktivste aller Elemente – gasförmig vor. An sich farblos, erscheint das Halogen bei starker Verdichtung in blassgelber Farbe und wird durch seinen penetranten Geruch bereits in geringer Konzentration erkannt.
Außer mit den Edelgasen Neon und Helium reagiert Fluor mit sämtlichen anderen Elementen.

fluor

Name Fluor
Symbol F
Ordnungszahl 9
Aussehen gelbliches Gas
CAS-Nummer 7782-41-4
Serie Halogene
Gruppe Fluorgruppe



Wie kam Fluor zu seinem Namen?

Abgeleitet vom lateinischen ‚fluores‘, bezeichnet der Begriff das natürlich vorkommende Flussspat, (Fluorit), welches als Flussmittel in der Metallurgie Verwendung findet.
Trotz seiner Giftigkeit werden fluoride Salze in verschwindend geringen Spuren zur Vorbeugung von Karies verwendet.

Geschichte von Fluor

Im Jahre 1811 äußerte André-Marie Ampère den Gedanken, dass es sich bei dem ‚Radikal der Flusssäure‘ (Fluor) um ein eigenständiges Element handeln könne. Dennoch dauerte es – trotz zahlreicher Versuche von Chemikern, dieses zu isolieren – bis zum Juni 1886, da es Henri Moissan endlich gelingen sollte, ein elementares Fluor herzustellen, wofür er denn auch im Jahre 1906 den Nobelpreis für Chemie zuerkannt bekam.
Aufgrund der Tatsache, dass es sich beim Fluor um eines der stärksten ‚Oxidationsmittel‘ handelt, wird es, statt auf chemischem Weg, durch elektro-chemische Verfahren gewonnen, wobei überwiegend Fluorit als Ausgangsmaterial dient. Fluorit findet sich etwa im oberpfälzischen Wölsendorf, doch auch in Russland, Spanien, Südafrika oder China existieren grössere Vorkommen.

Fluor Nutzung

Während des 2. Weltkriegs nahm die Herstellung von Fluor einen gewissen Aufschwung durch die Entwicklung US-amerikanischer Atomwaffen; doch auch die deutschen ‚IG Farben‘ betrieben eine Fluorelektrolysezelle zur Herstellung eines Mittels für Brandbomben.
Heute findet Fluor zur Herstellung von Uran-Hexafluorid Verwendung, welches Isotop von Wichtigkeit für die Kernspaltung ist. Ein weiteres Produkt ist Schwefel-Hexafluorid, welches in gasisolierten Rohrleitern und Hochspannungs-Schaltern Anwendung findet.
Ferner dient Fluor (heute nur sehr eingeschränkt) zur Fluorierung der Oberfläche von Kraftstoff-Tanks, welcher Umstand eine niedrigere Durchlässigkeit des Benzins gewährleistet.
Auch haften Farben oder Lacke besser auf einer fluorierten Oberfläche von Kunststoffen, wobei jedoch auch hier eine sogenannte ‚Beflämmung‘ die Fuorierung zunehmend ablöst.

Fluor Vorkommen

Das in der Erdkruste gebunden als Fluorid relativ häufig vorkommende Fluor ist als äußerst giftig eingestuft. Abhängig davon, wie Fluor in den menschlichen (oder tierischen) Organismus gelangte, äußert sich eine Vergiftung mit verschiedenerlei Beschwerden. So kann ein elementares Fluor schon nach wenigen Minuten Kontakt sehr stark ätzend auf Haut, Lunge und Augen wirken.
Eine über den Verdauungstrakt zugezogene Fluor-Vergiftung äußert sich in Verätzung der Schleimhäute, Übelkeit, Erbrechen von Schleim und Blut, welches einhergeht mit Leibschmerzen, Durstgefühl und auch blutigem Durchfall.


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