Darmstadtium

Darmstadtium im Periodensystem

Darmstadtium ist ein künstlich erzeugtes, unter Normalbedingungen festes Übergangsmetall mit der Ordnungszahl 110. Es ist bei den sogenannten Transactinoiden einzuordnen und steht in der 7. Periode im Block D. Als Transactinoiden werden alle Elemente ab einer Ordnungszahl von 104 bezeichnet. Dies leitet sich aus dem lateinischen „trans“ = jenseits – Transactinoide = jenseits der Actinoide ab. Ein anderer Name für Darmstadtium ist auch „Eka-Platin“.

darmstadtium

Name Darmstadtium
Symbol Ds
Ordnungszahl 110
Aussehen künstlich erzeugt
CAS-Nummer
Serie Übergangsmetalle
Gruppe Nickelgruppe



Entdeckung und Namensgebung von Darmstadtium

Am 9. November 1994 wurde diese Element zum ersten Mal künstlich erzeugt. Der Name geht auf den Entstehungsort Darmstadt zurück. Das Projekt wurde von der GSI (Gesellschaft für Schwerionenforschung) durchgeführt. Unter der Leitung von Sigurd Hofmann gelang es Peter Armbruster und Gottfried Münzenberg erstmals, das Element zu erzeugen.

Darmstadtium Entstehung und Eigenschaften

Darmstadtium wurde durch Verschmelzung eines Nickelions mit einem Bleiion künstlich hergestellt. Der Kern des sogenannten „269Ds“ Isotops wurde durch Fusion von 208Pb mit 62Ni unter Emission eines Neutrons hergestellt. Mittlerweile gibt es weitere Isotope mit Atommassen zwischen 267 (Halbwertszeit 3,1 µs) und 282 (Halbwertszeit 1,1 Min). Bisher gelang es lediglich, ein paar Dutzend dieser Atome herzustellen.
Es handelt sich bei Darmstadtium um ein radioaktives Metall. Vermutlich verhält sich das Element ähnlich dem Palladium und dem Platin. Das würde bedeuten, dass es die Oxidationsstufen +2 und +4 annehmen kann.

Nutzen und Besonderheiten von Darmstadtium

Ein spezieller Nutzen des Elements erschließt sich zunächst aufgrund der maximalen Halbwertszeit von 1,1 Min nicht. Eine kommerzielle Nutzung wird derweil nicht erwogen. Das chinesischen Instituts HIRFL und das russischen Kernforschungszentrums FLNR planen allerdings weitere Versuche mit dem neuen Element.

Zunächst wurde das Element übrigens auf den Namen Ununnilium getauft. Das leitet sich von der lateinischen Bezeichnung der Ordnungszahl 110 ab (Symbol Uun). 2003 hat die IUPAC (International Union of Pure and Applied Chemistry) jedoch Darmstadtium als Namen akzeptiert. Damit ist Darmstadt die einzig Stadt, die als Namensgeber eines Elementes fungiert.
Im Jahre 2007 wurde das neu eröffnete Darmstädter Wissenschafts- und Kongresszentrum auf den Namen Darmstadtium getauft. Dies geschah zu Ehren der Entdeckung des neuen Elements. Besucher können sich auf eine ungewöhnliche Architektur und absolut umweltverträgliche Meetings einstellen. Das Gebäude spiegelt den Forschergeist und den wissenschaftlichen Standard der Entdeckerstadt wieder.


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