Beryllium

Beryllium im Periodensystem der chemischen Elemente

Wann wurde Beryllium entdeckt? Wie kam es zu seinem Namen?

Der französische Apotheker und Chemiker Louis Nicolas Vauquelin entdeckte 1797 bei der Analyse der Bestandteile des Edelsteins Beryll ein neues Element. Er veröffentlichte seine Entdeckung 1798. Aufgrund des süßlichen Geschmacks des Berylliumoxids wählte er den Namen Glucinium. Im September 1949 wurde das Element durch das »Council of the International Union of Pure and Applied Chemistry« (IUPAC) auf die eindeutigere Bezeichnung Beryllium umbenannt. Nur in Frankreich wird die alte Bezeichnung Glucinium (Gl) weiterhin offiziell benutzt.

beryllium

Name Beryllium
Symbol Be
Ordnungszahl 4
Aussehen weiß grau metallisch
CAS-Nummer 7440-41-7
Gruppe Erdalkalimetalle



Das Metall wurde erstmals 1828 von den Chemikern Friederich Wöhler und Antoine Bussy unabhängig voneinander isoliert. Erst im Jahr 1899 gelang es Paul Marie Alfred Lebeau, reines Beryllium durch Schmelzflusselektrolyse herzustellen.

Was sind die chemischen Eigenschaften, Besonderheiten von Beryllium?

Beryllium (Be) ist ein zweiwertiges Element der zweiten Periode, Ordnungszahl vier. Es gehört zur Hauptgruppe der Erdalkalimetalle. Das silbrig weiße, spröde und sehr harte Leichtmetall ist hochgradig toxisch und gilt als krebserregend. Das spezifische Gewicht ist 1,848 g/cm³. Der für Elemente der zweiten Hauptgruppe hohe Schmelzpunkt liegt bei 1286 °C, der ebenfalls hohe Siedepunkt bei 2470 °C.

Für Erdalkalimetalle untypisch, ist Beryllium reaktionsträge. Es reagiert nicht mit Wasser oder Wasserstoff. Bei Temperaturen unter 600 °C findet keine Oxidation statt. In Säuren oder Laugen ist das Leichtmetall löslich. Beryllium ist ein sehr guter Elektrizitätsleiter. Mit einer Mohshärte von 5,5 liegt das Mineral im mittleren Bereich. Das Metall ist für Röntgenstrahlung leicht durchlässig.

Wo ist Beryllium enthalten? Wie entsteht es?

Beryllium ist mit einem Erdkrustenanteil von 0,0002 % sehr selten und kommt nur gebunden vor. Neben dem farblosen Beryll sind die Edelsteine Smaragd und Aquamarin die bekanntesten beryllhaltigen Verbindungen. Für die industrielle Verwertung sind nur die Mineralien Beryll und Bertrandit relevant. Das Leichtmetall wird heute überwiegend durch Schmelzelektrolyse aus Berylliumchlorid gewonnen.

Die wichtigsten Fördergebiete liegen in Südamerika und Südafrika. Das jährliche Fördervolumen liegt weltweit zwischen 300 t bis 400 t. Bei rund 400.000 t geschätzter Rohstoffreserve kommt der Rohstoffrückgewinnung im Abfallprozess besondere Bedeutung zu.

Wofür braucht man das Element?

Durch die Zugabe von Beryllium bei Kupfer- oder Nickellegierungen werden hochwertige Konstruktionswerkstoffe erzeugt. Ihren Einsatz finden diese Werkstoffe in Bereichen, wo hohe Anforderungen an Formtreue oder mechanische Belastbarkeit gestellt werden. Hierzu zählen die Luft- und Raumfahrtindustrie, der Motoren- und Fahrzeugbau sowie der Instrumentenbau.

Aufgrund seiner Durchlässigkeit für Röntgenstrahlung wird das Metall als Fenstermaterial in Röntgengeräten eingesetzt. Beryllium findet beim Bau von Atomreaktoren und Nuklearwaffen als Beschichtungsmaterial oder als Neutronenquelle Verwendung.

Die Edelsteinvarianten finden in der Schmuckindustrie Verwendung.


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